Der Kurzwellenhörer (engl. Short Wave Listener, kurz SWL) ist eine Person, die Radiosignale im Kurzwellenbereich (3 bis 30 MHz) passiv empfängt und hört,
ohne dabei selbst zu senden. Dieses Hobby bietet die Möglichkeit, weltweit Signale zu empfangen, die durch Reflexion an der Ionosphäre enorme Distanzen
überbrücken können.
In der Anfangszeit des Amateurfunks waren sendende Funkamateure glücklich über jeden Hörbericht,
den sie von einem SWL (Short Wave Listener = Kurzwellenhörer) erhielten. Als Newcomer (Anfänger) bauten
sich die Funkamateure früher zuerst einen Empfänger, und sie hörten denen zu, die mit ihren ebenfalls
selbstgebauten Sendern die ersten Sendeversuche unternahmen. Da man die Frequenzen nicht genau bestimmen konnte, war es
auch ein Glücksfall, wenn man irgendwo gehört wurde.
So waren die SWL-Berichte in den Anfangszeiten sehr genau und umfangreich, oftmals waren die damals gerne benutzten Postkarten
voll geschrieben mit präzisen Amateurfunk-Beobachtungen. Solche, für
den Funkamateur wertvollen Empfangsberichte, kann man bei manchem Oldtimer (alter Funkamateur) oder im
Amateurfunk-Museum heute noch bewundern.Aus diesen ersten SWL-Berichten entstanden die heutigen QSL-Karten, die Empfangsbestätigungen.
Auch heute ist die Tätigkeit als SWL bei vielen Anfängern und neuerdings bei "Antennengeschädigten"
Funkamateuren sehr beliebt. Diese Tätigkeit wird durch die Vergabe von DE-Kennzeichen (DE = Deutsche Empfangsstation)
durch den Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) e. V. an seine Mitglieder sehr gefördert. Ebenso geben ausländische
Amateur-Radio-Clubs SWL-Kennzeichen an ihre Mitglieder aus. Mit diesen international bekannten SWL-Kennzeichen können
Alle SWL-Stationen Teilnehmer der internationalen QSL-Vermittlungen werden.
Nach der DE-Prüfung im DARC-Ortsverband kann der SWL sein DE-Kennzeichen selbst wählen.
Der DE-Antrag wird ausgefüllt und zusammen mit der Bearbeitungsgebühr von 5,00 EURO an
den DARC e. V., Lindenallee 4, 34225 Baunatal geschickt. Funkamateure mit gültiger
Amateurfunkgenehmigung können ohne zusätzliche Prüfung ein DE-Kennzeichen beantragen.
Als Wunschkennzeichen kann man z. B. die Anfangsbuchstaben vom Vornamen, Nachnamen und Standort oder
andere Kombinationen für die letzten drei Buchstaben (Suffix) seines DE-Kennzeichens wählen.
Das DE-Kennzeichen ist einmalig weltweit wie die Rufzeichen von Funkamateuren mit gültiger
Amateurfunkgenehmigung.
Jeder DE bekommt dafür vom DARC eine schöne, mehrfarbig bedruckte
Urkunde.Einige Muster von DE-Kennzeichen mit Vornamen usw.: DE1UWE, DE1HBV, DE1KSN, DE5HPE, DE7KKB
oder mit Begriffen im Suffix: DE1SSB, DE4SWL, DE8DIG, DE2MAN, DE1XYL...DE-Kennzeichen mit einer
Null "Ø" in der Mitte wie DEØMEG oder DEØAAA sind Deutsche Empfangsmeister (DEM).
Nach entsprechendem Nachweis bestimmter, bestätigter SWL-Berichte und den Besitz eines
DLD-SWL oder DLD-H, vergibt der DARC den Titel "Deutscher Empfangs Meister" an seine Mitglieder.
Die DE-Stationen haben heute sowohl noch Selbstbaugeräte als auch hochwertige Empfangs-Geräte. Mit diesen Geräten kann
der SWL z. B. die Frequenzen in MHz bis auf drei Stellen hinter dem Komma genau digital ablesen.
Diese Geräte gestatten den Empfang
aller Bänder, Sendungen in allen Betriebsarten und Bandbreiten, und diese Geräte verfügen über viele weitere
technische Details. Mancher SWL hat einen besseren Empfänger als sein Funkfreund, dem er zuhört.
DE-Stationen verschicken Empfangsberichte nur an Funkamateure mit gültiger Amateurfunkgenehmigung. Es ist wesentlich schwieriger,
einen Funkamateur mit seiner kleinen Sendeleistung aus einemfernen Land gut zu empfangen, als kommerzielle Kurzwellen-Radio-Stationen,
die teilweise mit vielen Kilowatt ihre Sendungen abstrahlen. Aber auch diesen Sendungen zuzuhören ist eine beliebte Art,
sich weltweit Informationen zu beschaffen.
Viele neue Empfänger haben deshalb durchgehende Empfangsbereiche von Langwelle bis 30 MHz auf Kurzwelle.
Selbst kurze Drähte, im Zimmer gespannt, Langdrähte vom Fenster in einen Baum aufgehängt und einfache Dipole gestatten bei der hohen Empfindlichkeit heutiger Empfänger gute Empfangs-Ergebnisse. Viele SWLs bauen sich auch eine Spezial-Antenne, eine Groundplane (Rundstrahler) oder einen Beam (Richtantenne) auf, um beste Empfangs-Ergebnisse zu erzielen.
Beim Abhören der Amateurfunkbänder kommt es darauf an, die Rufzeichen der beiden Amateurfunkstationen exakt zu hören.
Ein Empfangsbericht besteht zuerst aus dem richtig aufgenommenen Rufzeichen, es folgen Datum, Uhrzeit in UTC (Universal Time Coordenated = Weltzeit)
Frequenz, Betriebsart, Rapport und das Rufzeichen der Gegenstation. Weiter sollte die SWL-QSL-Karte darüber informieren,
welchen Empfänger und welche Antenne der SWL benutzte.
Viele SWLs ergänzen ihre Berichte durch weitere Angaben über das Funkwetter und ihren Standort.
Nach dem Empfang der Amateurfunk-Stationen füllen die SWLs exakt ihre Empfangsberichte aus und können dann ihre QSL-Karten über die DARC-QSL-Vermittlung
an alle Funkamateure weltweit als DARC-Mitglieder kostenlos vermitteln lassen.
Diese QSL-Karten-Vermittlung ist für alle DARC-Mitglieder ein wichtiger
Service des DARC. In den DARC-Ortsverbänden werden die QSL-Karten, vorsortiert nach Prefix, an den örtlichen QSL-Vermittler abgegeben, der sie weiterleitet.
Auf dem gleichen Wege kommen die QSL-Karten nach einiger Zeit zurück.
Die Größe der QSL-Karte sollte gemäß DARC und IARU (lnternationale Amateur Radio Union) Empfehlung 9 x 14 cm groß sein, die Kartonstärke sollte
zwischen 170 und 220 g/m2 betragen.
Generell sollte die QSL-Karte nicht kleiner als 8,5 x 13,5 cm und nicht größer als das deutsche Postkartenformat
(DIN-A6, 10,5 x 15 cm) sein. Die Vorderseite der SWL-QSL ist die Visitenkarte des SWLs, und kann verschieden gestaltet werden. Hier sollte gut erkennbar
das DE-Kennzeichen, Clubzeichen, weitere Club-Mitgliedschaften und vor allem die richtige vollständige Postanschrift eingedruckt sein.
Oftmals würde ein Funkamateure einen guten SWL-Bericht direkt per Post beantworten, aber es ist keine Anschrift auf der QSL-Karte zu finden.
DE-Stationen geben weiter ihren DOK (Distrikts-Ortsverbands-Kennziffer), die WAZ-Zone 14, die ITU-Zone 28 und den internationalen Locator an.
Letzteres kann man meistens im DARC-Ortsverband erfragen oder auf der DARC-Locatorkarte heraussuchen.
Auf der Vorderseite können ferner Fotos der Station,
aus dem Heimatort des SWLs Wappen oder viele andere Motive zur Gestaltung herangezogen werden.
Weiterführende Links;
Deutsche Seite für den internationalen Radioempfang ( ADDX ) mit vielen weiterführenden Links
ADDX Webseite
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